„Das EEG brauchen wir nicht“

Jens Beeck zu Gast bei Koldehoff

Langen. Dass die Energiewende nicht ohne den konsequenten Einsatz innovativer Technologien geht, davon zeigten sich alle am Tisch überzeugt: der Lingener Bundestagsabgeordnete Jens Beeck (FDP), Ratsherr Ingo Lüttecke aus Langen (FDP) und Gastgeber Paul Koldehoff, Inhaber des gleichnamigen Unternehmens für effiziente Energietechnik. Mehr noch: In einem lebhaften Gespräch zwischen Politikern und Unternehmer nach einem Betriebsrundgang im Hause Koldehoff bekannten sich die Emsländer unisono zu Innovation und Wettbewerb – und gegen Bürokratie und Subventionen nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG).

 

MdB Jens Beeck (2. von links) in lebhafter Diskussion über energiepolitische und soziale Themen mit Paul Koldehoff (links) und Mitarbeitern der Firma Koldehoff.

 

„KWK-Bonus, EEG-Umlage, in Sachen staatlicher Förderung ist seit Monaten alles offen“ kritisiert Koldehoff die aktuelle Energiepolitik. „Dies schafft eine Verunsicherung, die jede Investition in die hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplung bremst.“ Dabei würde er die Kraft-Wärme-Kopplung als Schlüsseltechnologie für eine dezentrale, umweltfreundliche Energieversorgung am liebsten ohne jegliche staatliche Förderung ausbauen. Jens Beeck pflichtet ihm bei: „Wir müssen den Mut finden, auch zu radikalen Lösungen zu kommen. Das wird sich ökologisch und ökonomisch lohnen.“ So wäre es nach Ansicht des FDP-Politikers ein effektiver Weg, den EU-Emissionshandel als marktwirtschaftliches Steuerungsinstrument zur Vermeidung von Emissionen zu stärken und z. B. auf weitere Sektoren wie Wohnen und Verkehr auszudehnen.

 

MdB Jens Beeck (5. von links) zollte dem engagierten Beitrag von Paul Koldehoff und seinem Team zur Energiewende seinen Respekt.

 

Nicht ohne Stolz zeigt Koldehoff anhand seiner eigenen Entwicklung auf, dass Klimaschutz durchaus wirtschaftlich interessant ist. Schon vor zwanzig Jahren hatte er das erste Blockheizkraftwerk (BHKW) in seinem Firmengebäude installiert, das schon damals rund die Hälfte des in seiner Firma benötigten Stroms sowie Wärme zum Heizen bereitstellte. In den letzten sechs Jahren investierte Koldehoff in eine Solarstromanlage, einen Batteriespeicher und jüngst in eine Brennstoffzelle. Damit deckt er heute nicht nur zu 98 Prozent den Strombedarf seines Betriebes und seines angrenzenden Wohngebäudes, sondern hat darüber hinaus auch begonnen, seinen Fuhrpark von Diesel auf E-Mobilität umzustellen. „Der Posten Energie steht in unserem Betrieb jetzt auf der Haben-Seite“, fasst Koldehoff zusammen. „Und: Wir sind CO2-neutral.“